Wie oft Auto polieren? Dein Klarlack hat acht Mikrometer Budget
Daniel von Detailing1 |
Koch-Chemie × COLOURLOCK
COLOURLOCK "Thickener" Additiv zur Verdickung des gefärbten Fillers
Verdickungs-Additiv für präzise Filler-Reparaturen
Was ist der Verdicker von COLOURLOCK? Der Konsistenz-Regler der Färbe-Strecke: COLOURLOCK "Thickener" wird zu zwei bis fünf Prozent in gefärbten Filler, Flüssigleder, Lederfarbe oder Kantenschutz eingerührt und hält die Masse dort, wo der Spachtel sie hinsetzt — an Sitzwange, Türtafel und Kante.
Der Verdicker von COLOURLOCK ist kein Reparaturmaterial, sondern ein Einstellwerkzeug. Das Additiv hebt die Viskosität wasserbasierter Ledermassen an, ohne ihre Farbe oder ihre Aufgabe zu verändern. COLOURLOCK "Thickener" wird zu zwei bis fünf Prozent eingerührt, ist danach sofort verarbeitbar und zieht in den folgenden 24 Stunden noch etwas nach. Gebraucht wird er überall dort, wo die Schwerkraft mitarbeitet: an Sitzwangen, Türtafeln, Kanten und Lenkradkränzen.
Praxistipp von Detailing1: Dosiere den Verdicker an die Becherwand, nie mitten in die Masse. Bei uns landen regelmäßig Anfragen zu Filler, der nach dem Einrühren klumpt: Wer den Thickener mittig eintropft und dann kräftig durchrührt, bekommt Gelnester, die sich nicht mehr auflösen und beim Spachtelzug als Streifen über die Sitzwange laufen. Der Griff dagegen kostet dreißig Sekunden — tropfenweise an den Rand geben, mit dem Spachtel langsam vom Rand zur Mitte einschlagen, eine Minute stehen lassen, erst dann die Konsistenz beurteilen. Wer sofort nachdosiert, weil die Masse noch dünn wirkt, landet fast immer bei zu viel.
Wasserbasierte Ledermassen sind bewusst dünn eingestellt, damit sie sich ziehen und dünn auftragen lassen. Auf einer waagerechten Fläche ist das ideal, an der Senkrechten wird es zum Problem.
Sichtbar wird es selten sofort. Der Spachtelzug sitzt sauber, die Stelle sieht gefüllt aus, und erst in den Minuten danach wandert das Material nach unten. Am Ende steht die Reparatur nicht mehr im Riss, sondern als Wulst zwei Zentimeter darunter — die Lackbranche nennt so etwas einen Läufer, im Leder heißt es schlicht: die Masse sackt ab.
Betroffen ist immer dieselbe Handvoll Flächen, und es sind ausgerechnet die, die am häufigsten kaputtgehen. Die Sitzwange des Fahrersitzes steht fast senkrecht und bekommt bei jedem Einstieg Abrieb. Türtafel, Seitenpolster und Lenkradkranz stehen ebenfalls in der Vertikalen. Kanten haben zusätzlich zwei Flanken, von denen Material nach beiden Seiten abfließen kann.
Dazu kommt der Trocknungseffekt. Wasserbasierte Massen verlieren beim Antrocknen Volumen, und solange sie fließfähig sind, folgen sie der Schwerkraft. Heißt für dich: Je länger die Masse offen bleibt, desto weiter läuft sie — und die Trockenzeit lässt sich nicht beliebig verkürzen, ohne die Haftung zu verlieren. Genau in dieses Zeitfenster greift der Verdicker ein.
Dass es überhaupt passiert, ist kein Anwenderfehler. Die Massen sind so eingestellt, weil sie sich dünn ziehen und in die Lederstruktur legen sollen — dieselbe Eigenschaft, die auf der Fläche gewinnt, verliert an der Kante. Der Weg der Profis führt seit jeher über ein Additiv statt über ein zweites Produkt, und genau das ist die Rolle dieser Kategorie.
Der Verdicker verändert nur eine einzige Eigenschaft der Masse: wie zäh sie ist. Farbton, Haftung, Elastizität und Aufgabe des Materials bleiben, wie sie waren.
Viskosität ist der Fachbegriff für diese Zähigkeit — vereinfacht: der innere Widerstand, den eine Flüssigkeit dem Fließen entgegensetzt. Honig hat eine hohe, Wasser eine niedrige. Ein Verdicker baut im Wasseranteil der Masse ein feines Netzwerk auf, das die Feststoffe zusammenhält, statt sie mitfließen zu lassen. Praktisch merkst du das daran, dass der Spachtelzug seine Kante behält, anstatt binnen einer Minute zu verlaufen.
Vier Materialien der Färbe-Strecke lassen sich damit einstellen: gefärbter Filler und Flüssigleder aus den Leder-Füllstoffen von COLOURLOCK, die deckenden Lederfarben von COLOURLOCK und der Kantenschutz für Schnittkanten. Sie alle teilen dieselbe wasserbasierte Grundlage, deshalb genügt ein Additiv für alle vier.
Ebenso wichtig ist, was der Thickener nicht mitbringt: kein Pigment und keinen zusätzlichen Feststoff. Er macht die Masse nicht dunkler, nicht heller und nicht ergiebiger, sondern ausschließlich standfester. Der Farbton wird vor dem Andicken entschieden, nicht danach — und wer die Füllfarbe von COLOURLOCK zuerst auf Ton bringt und dann eindickt, arbeitet in der richtigen Reihenfolge.
Unter dem Spachtel verhält sich die angedickte Masse anders, als der Becher vermuten lässt. Beim Zug wird sie kurz wieder geschmeidig und fließt sauber in den Defekt, danach zieht sie sofort an. Dieses Verhalten ist bei Verdickern die Regel und der Grund, warum eine zähe Masse trotzdem gut verläuft: Sie ist in Ruhe zäh, nicht unter Bewegung.
Die Mengenangabe des Herstellers ist knapp und ernst gemeint: zwei bis fünf Prozent einrühren, danach sofort verarbeiten. Alles darüber löst mehr Probleme aus, als es beseitigt.
Nach dem Einrühren ist die Masse unmittelbar verarbeitbar. In den folgenden 24 Stunden zieht der Verdicker noch etwas nach — deshalb wird der Ansatz für den laufenden Arbeitstag gemacht und nicht am Vorabend vorbereitet. Wer den Becher über Nacht stehen lässt, findet am Morgen eine Masse vor, die deutlich zäher ist als gestern und sich nicht mehr sauber ziehen lässt.
Wie viel Prozent es im Einzelfall werden, entscheidet die Fläche, nicht das Material. Eine waagerechte Sitzfläche braucht meist gar keinen Verdicker. Eine Sitzwange kommt mit dem unteren Ende der Spanne aus. Eine ausgeprägte Kante oder eine überkopf liegende Stelle unter der Armlehne verlangt das obere Ende — und selbst dann bleibt es bei wenigen Tropfen auf einen Becher.
Ein zweiter Anlass zum Andicken hat nichts mit der Schwerkraft zu tun. Wer gefärbten Filler anmischt und dabei zu viel Lederfarbe eingerührt hat, hält plötzlich eine zu flüssige Masse in der Hand. Statt den Ansatz wegzuwerfen, holen wenige Tropfen Thickener die Konsistenz zurück. Das ist der unspektakulärste, im Alltag aber häufigste Griff zur Flasche.
Und bei sehr kleinen Narbenschäden dreht sich die Logik um: Dort wird die Lederfarbe selbst angedickt, damit sie Füllwirkung bekommt. Der Defekt schließt sich dann direkt beim Farbauftrag, ohne dass eine separate Füllschicht mit Trocknung und Schliff dazwischenkommt.
Wie die richtige Konsistenz aussieht, lässt sich leichter zeigen als beschreiben. Die Masse soll auf dem senkrecht gehaltenen Spachtel stehen bleiben und beim Kippen langsam nachgeben statt abzurutschen. Wer diese Grenze einmal getroffen hat, findet sie beim nächsten Ansatz nach Gefühl — deshalb bringt ein erster Versuch an einer verdeckten Stelle mehr als jede Prozentangabe.
Die Färbe-Strecke ist Profi-Chemie nach Datenblatt und läuft in fester Reihenfolge: entfetten, grundieren, füllen, färben, versiegeln. Die Additive greifen nicht in diese Kette ein, sie stellen die einzelnen Glieder ein.
Am Anfang steht die Vorbereitung. Der Entfetter von COLOURLOCK nimmt Hautfette, Pflegereste und Silikonfilme herunter, danach baut der Haftvermittler von COLOURLOCK die Haftbrücke zur Zurichtung auf — so heißt die lackähnliche Deckschicht auf pigmentiertem Glattleder. Erst wenn dieser Untergrund steht, lohnt es sich, über Konsistenz nachzudenken.
Dann wird gefüllt und gefärbt, und genau hier sitzt der Verdicker: eingerührt in den fertig angemischten Becher, unmittelbar vor dem Auftrag. Den Abschluss macht der Top Coat & Finish von COLOURLOCK als Verschleißschicht, über den auch Glanzgrad und Griff eingestellt werden — matt über den Mattierungszusatz von COLOURLOCK, samtig oder wachsartig über die Griff-Zusätze von COLOURLOCK.
Zwischen den Lagen wird getrocknet, und zwar aktiv. Ein Föhn auf niedriger Stufe verkürzt das Zeitfenster, in dem die Masse überhaupt noch fließen kann. Andicken und Zwischentrocknen arbeiten zusammen — einzeln bringt keins von beidem den vollen Effekt, und wer die Trocknung überspringt, hat den Verdicker umsonst eingerührt.
Aus dem Detailing1-Alltag: Der Verdicker wird fast nie als erstes Produkt bestellt. Er landet im zweiten Warenkorb, nachdem der erste Färbeversuch an einer Sitzwange nach unten gelaufen ist. Wer die Strecke zum ersten Mal fährt, plant für zwei Vordersitze einen halben Tag mit Trocknungspausen ein — beim zweiten Sitz sitzt jeder Handgriff, und der Aufwand halbiert sich.
Ein angedickter Filler steht besser. Er füllt deshalb nicht mehr — und diese Unterscheidung entscheidet darüber, ob die Reparatur nach vier Wochen noch bündig ist.
Der Grund ist simpel: Der Verdicker bringt keinen Feststoff mit. Was du zusätzlich in den Becher gibst, verschwindet beim Trocknen als Wasser, und die Masse sinkt genauso weit ein wie vorher. Tiefe Defekte brauchen deshalb weiterhin mehrere dünne Lagen mit Zwischentrocknung. Wo das zu viele Durchgänge werden, ist die wärmehärtende Spachtelmasse von COLOURLOCK das passendere Material — sie ist von Haus aus pastös und schwindet weniger.
Die zweite Grenze ist die Überdosierung. Zu viel Verdicker schwächt die Festigkeit der ausgehärteten Masse. Genau das sehen wir bei uns am häufigsten: eine Sitzwange, die im Stand tadellos aussieht und nach sechs bis acht Wochen entlang der Beugekante feine Risse zeigt, weil der Filler mit deutlich mehr als fünf Prozent angesetzt war. Auf Flexzonen ist eine dünne, feste Schicht jeder dicken, weichen überlegen.
Die dritte Grenze ist verfahrensbedingt. Angedickte Masse gehört nicht in die Spritzpistole — sie zerstäubt nicht mehr sauber und setzt die Düse zu. Wer großflächig spritzt, arbeitet mit der unveränderten Farbe und legt dafür mehr Schichten. Andicken ist eine Technik für Spachtel, Pinsel und Schwamm.
Und zwei Dinge löst kein Additiv. Sitzflanken moderner Autos führen die Reißnaht des Seitenairbags, die beim Auslösen aufgehen muss; sitzt dein Schaden auf oder direkt an dieser Naht, gehört er zum Sattler und nicht in die Flasche. Der Farbton-Treffer bleibt ebenfalls Handarbeit — der Verdicker stellt die Konsistenz, den Ton triffst du selbst, und bei einer handtellergroßen Stelle in gealtertem Umfeld ist das der anspruchsvollste Teil der ganzen Arbeit.
Die Entscheidung hängt nicht am Schaden, sondern an seiner Lage. Wer weiß, in welchem Winkel die Fläche steht, weiß auch, ob er andicken muss.
Wenn du eine Sitzwange, eine Türtafel, einen Lenkradkranz oder eine Kante färbst, gehört der Verdicker dazu. Wenn du einen ausgeprägten Riss modellieren statt nur überdecken willst, ebenfalls. Wenn du gefärbten Filler anmischst und Farbe nachdosierst, ist die Flasche im Regal die Versicherung gegen einen zu flüssigen Ansatz. Wenn du dagegen eine waagerechte Sitzfläche auffrischst oder großflächig mit der Spritzpistole arbeitest, brauchst du ihn nicht — dann ist er ein Produkt, das du dir sparen kannst.
Die 100 ml sind auf diese Dosierung ausgelegt. Bei zwei bis fünf Prozent pro Ansatz reicht die Flasche über viele Reparaturen und altert im Regal nicht schneller, als du sie leerst. Alle weiteren Einstellprodukte der Serie stehen eine Ebene höher unter Additive & Hilfsmittel von COLOURLOCK, die komplette Strecke von der Grundierung bis zum Finish unter Färben & Finish von COLOURLOCK.
Der Test, der in keiner Anleitung steht, dauert zehn Minuten und spart dir im Zweifel den ganzen Sitz: Streich die angedickte Masse auf ein senkrecht gestelltes Stück Karton, in derselben Schichtdicke, die du am Auto vorhast, und lass sie hängen. Was dort in zehn Minuten nicht wandert, wandert auch auf der Sitzwange nicht. Diese eine Probe ist der Unterschied zwischen einer Reparatur, die im Riss sitzt, und einem Wulst zwei Zentimeter darunter.
Zu viel Auswahl? Lass dir bei Verdicker von COLOURLOCK helfen: